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1954               23. 12 in Balingen geboren
                       Kindheit und Schule in Ebingen (seit 1975 Albstadt)
1974               Abitur am Gymnasium Ebingen
1974 – 1976    Zivildienst, anschließend Werkstatterzieher ohne Ausbildung in einer WfB
1976 – 1983    Studium der Germanistik, Slavistik, Musikwissenschaft, Allgemeinen und
                       Vergleichenden Literaturwissenschaft an den Universitäten Regensburg,
                       Tübingen, Wien, Bamberg und Mainz
1982 – 1984    Betreuung der Musikhistorischen Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloß
                       Lautlingen (für Infos klicken Sie hier)
1982 – 1993    Aufbau und Betreuung des Hildesheimer-Archivs. Das Archiv des 1991
                       gestorbenen Schriftstellers und bildenden Künstlers Wolfgang Hildesheimer 
                       befindet sich seit 1993 in der Akademie der Künste Berlin (für Infos klicken
                       Sie hier)
1983               M.A. in Mainz bei Wulf Segebrecht
                       Hochzeit mit Andrea Eppler, Trauzeugen Silvia und Wolfgang Hildesheimer
                       Geburt des Sohnes Martin
1984 – 1991    Zahlreiche Hildesheimer-Editionen
1990               Promotion in Tübingen bei Walter Jens, summa cum laude
1993 – 1997    Freier Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung
1995               Umzug mit der Familie nach Geislingen bei Balingen
1996 – 1999    Kurse Literarische Neuerscheinungen im Kräuterkasten Ebingen
1998 ff.           Arbeit an Das lichtlose Tier, der Krieg. Der Roman meiner Mutter
2002               28. August bis 26. September: Dreharbeiten von Komm, wir träumen
2004               29. Oktober: Premiere von Komm, wir träumen auf den 38. Internationalen
                       Hofer Filmtagen
2004 – 2005    Im Auftrag eines Freundes: Verkauf einer Bücher-Sammlung ab dem 17.
                       Jahrhundert, ab dem 19. Jahrhundert nahezu ausschließlich (meist illustrierte)
                       Kinder- und Jugendbücher
2005                Erste Endfassung von Das lichtlose Tier, der Krieg. Der Roman meiner Mutter
                       Übernahme der Herausgabe von Wolfgang Hildesheimers Briefen an die Eltern
                       (1937 – 1962) für Suhrkamp, Arbeitstitel: Die sichtbare Wirklichkeit
                       bedeutet mir nichts

                       26. Oktober: Offizieller Kinostart von Komm, wir träumen im Rio-Filmpalast
                       München
2006               Touren mit Komm, wir träumen
                       Forschungsarbeit für Hildesheimers Briefe an die Eltern, parallel Arbeit an einer
                       korrigierten und erweiterten Hildesheimer-Bibliographie
                       Mai: die unveränderte Neuauflage Ulrike erscheint
                       Sommer: Fertigstellung des schmalen Roman-Manuskripts Friederike
                       16. November: Komm, wir träumen gewinnt als bester Spielfilm den Golden 
                       Artist auf dem 1. internationalen HD-Festival in München
                       Mitarbeit an der DVD von Komm, wir träumen
2007               Touren mit Komm, wir träumen
                       Mitarbeit an Patricia Stanleys amerikanischer Übersetzung von Ulrike
                       Juni: DVD von Komm, wir träumen erschienen
                       August: Beginn der literarischen Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Chris
                       Burgmann
2008                Mai: das Buch von Hanna Jehle: Gedichte. Gesammelt und kommentiert
                       von
Volker Jehle erscheint, Seitenpfad von Das lichtlose Tier, der Krieg
                       August: Beginn der Erstellung eines digitalen Bestandsverzeichnisses der
                       Musikhistorischen Sammlung Jehle
                       November: Come, let's dream!, Patricia Stanleys Übersetzung von Ulrike
                       erscheint
                       Ende November: Burgmann & Jehle: Der Geschichtenerzähler erscheint
2009                Juli: Highly Commended Award in the ILAE (International League Against 
                       Epilepsy) Centenary Film Competition
                       November: vorläufiger Abschluß der Arbeit an der Edition von Wolfgang
                       Hildesheimers Briefen an seine Eltern
2010                Dezember: erster Abschluß der Arbeit am Bestandsverzeichnis der
                       Musikhistorischen Sammlung Jehle: die interne Fassung (mit Register knapp
                       2250 Seiten)
2011                Palmsonntag: Buchpräsentation von Hanna Jehle: Mit den Augen des Herzens
                      
10. Oktober: Buchpräsentation von Volker Jehle: Reisen
2012                März: offizieller Beginn als wissenschaftlicher Betreuer der Musikhistorischen
                       Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloß Albstadt-Lautlingen (Ursula Eppler,
                       rund dreißig Jahre die Kustodin der Sammlung, übernimmt aber nach wie vor
                       Führungen und Pädagogik)



Bücher (als Autor und als Herausgeber) finden Sie unter Bücher, DVD, eBooks
Theaterstück, literarische und wissenschaftliche Texte, Drehbücher, Rundfunk-Essays, Reden, Rezensionen, Briefe, Interviews etc. finden Sie unter Verstreutes
Portraitfotos etc. finden Sie unter Fotos
Neuerscheinungen und Veranstaltungen mit bebilderter History finden Sie unter News




Förderkreis deutscher Schriftsteller 1986 und 1989
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 1991 für Ulrike (für Infos klicken Sie hier)
Nominierung zum 1. Baden-Württembergischen Drehbuchpreis 1999 (seit 2008: Thomas
     Strittmatter Drehbuchpreis) für das Drehbuch Ulrike
Golden Artist für Komm, wir träumen als bester Spielfilm auf dem 1. HD Festival München,
     16. 11. 2006
Highly Commended Award in the ILAE (International League Against Epilepsy) Centenary
     Film Competition 2009 für Komm, wir träumen
Mitglied des VS Baden-Württemberg; zum Verzeichnis Baden-Württembergischer Autoren
     gelangen Sie hier




Lesungen (aus eigenen und fremden Werken)
Schullesungen (für Infos klicken Sie hier)
Reden zu Ausstellungs-Eröffnungen, Jubiläen etc.




Volker Jehle arbeitet seit einigen Jahren an einem fünfteiligen Roman Das lichtlose Tier, der Krieg mit dem Untertitel Der Roman meiner Mutter; einer Familiengeschichte von ca. 1800 bis 1999. Arbeit momentan unterbrochen.
Permanent: Gesamtverzeichnis der Musikhistorischen Sammlung Jehle, Stauffenberg-Schloß Albstadt-Lautlingen (Funde, Neuanschaffungen, Forschungen etc.)







In der Musikhistorischen Sammlung Jehle befindet sich eine Sammlung deutscher Volkslieder mit Melodien, zweifellos württembergisch, erschienen zwischen 1843 und frühestens 1853, spätestens 1858, Querformat 16 x 10 cm, Umfang 90 S., 54 numerierte Lieder.
Das Titelblatt fehlt; das erste Blatt mit S. 1f. bzw. Lied-Nr. 1 und 2 fehlt (jeweils ein Morgenlied); S. 3 – 87: Lied Nr. 3 – 54 mit Noten im Typendruck (zweistimmige Sätze); S. 88f.: „Inhalt / nach Rubrik, Nummer und Seitenzahl“, S. 90: „Register“.
     Besitzvermerk im vorderen Deckel: „Friedrich Jehle sem[inar] Ur[ach] 1858/62“ – der wahrscheinlich späteste Erscheinungstermin wäre demnach 1858. Das früheste im Buch genannte Sterbejahr ist 1843 (Agnes Franz), von den im Buch als lebend geführten Dichtern starb am frühesten Tieck (1853).
     Auf Württemberg deutet wohl Uhlands Ulme zu Hirsau (Nr. 43), eindeutig aber das Lied Dem Könige (Nr. 39) – die württembergische Nationalhymne: „Heil unserm König, Heil! Heil unserm Fürsten, Heil“; der Text des direkt nachfolgenden Liedes Zum Geburtsfeste des Königs (Nr. 40) läßt sich selbst im Internet nicht nachweisen: „Unser guter König lebe, lang, o Gott, erhalt uns ihn“ nach August Zarnack.
     Das Volksliedarchiv Freiburg hat nachgeprüft: um den letzten Teil von Erks
 Volksliedsammlung (1844) handelt es sich nicht, auch wenn Erks Sammlung ebenfalls 54 Lieder umfaßt; sonst aber paßt nichts zusammen. Verheißungsvoll klingt die bei Hofmeister verzeichnete Ausgabe von Johann Christian Weeber: Liederbuch für die deutsche Schul-Jugend. Eine Sammlung zwei-stimmiger Lieder mit besonderer Rücksicht auf einheimische Volksweisen. Stuttgart: Wagner 1847 – dieses Buch ist wohl verschollen; bekannt und erhalten geblieben sind offenbar lediglich spätere Auflagen von Weebers 1852 erst­mals erschienener Liedersammlung für die Schule, die aber anders aufgemacht ist.
     Wer weiß Titel, Herausgeber, Verlag, Jahr?























Für die Musikhistorische Sammlung Jehle auf dem Flohmarkt gefunden: Meersburger Liederbuch. Eine Auswahl von Liedern und Gesängen für gesellige Kreise. Unter musikalischer Redaktion von H. Hönig, Musiklehrer am Lehrerseminar Meersburg. Überlingen, Druck und Verlag von Aug. Feyel, erschienen (wie der OPAC Südwest ausweist) "ca. 1891"; sonst wird das schmale Buch nirgends verzeichnet oder gar angeboten.
     Von Heinrich Hönig weist Hofmeister ab 1877 einige Kompositionen nach: Stücke für Orgel, Harmonium, Violine mit Klavier, vor allem Kompositionen für Männerchor: natürlich Lieder, aber auch eine Deutsche Messe (für Männerchor!). Als Musiklehrer hat Hönig oberhalb der Reblage „Rieschen“ über dem Meersburger Schloß in dem Gebäude gearbeitet, in dem sich heute das Droste-Hülshoff-Gymnasium befindet; erste Belegung des Gebäudes (1735 – 1825): ein Priesterseminar; zweite Belegung (1825 – 1925): das genannte Lehrerseminar, übrigens ein katholisches.
     Wie üblich sind in dem Büchlein auch Kompositionen des Herausgebers abgedruckt, diesmal nur zwei, Hönig war also bescheiden. Am interessantesten aber sind, wie meist, die handschriftlichen Einträge, die im vorliegenden Buch, wie der Besitzvermerk von alter Hand mit Tinte auf dem Vorsatz ausweist, von einem L. Grüner stammen, evtl. ein Seminarist.
Am Schluß sind, wie bei Liederbüchern oft, leere Notenblätter eingebunden. Die darauf geschriebenen Lieder kennt man, das Heideröslein natürlich, das Kartoffellied, selbst den Abendchor aus Conradin Kreutzers Oper Das Nachtlager von Granada. Doch eines dieser Lieder kennt man nicht, nicht den zweistimmigen Satz, nicht den Text, und man findet auch nirgends etwas darüber. Setze ich die drei Strophen also hierher:


                                                 Weihnachtslied

                                                 Leise zittern durch die Luft
                                                 süße Harfenklänge,
                                                 zittern über Berg und Kluft
                                                 holder (!) Engelsänge. <evtl.: holder Engel Sänge>
                                                 Schlummre Kind in sanfter Ruh,
                                                 schlummre bis zum Morgen,
                                                 deine Mutter deckt dich zu,
                                                 bannt noch die Sorgen.
                                                 Schlummre süß, schlummre sanft.

                                                 Leise naht der Hirten Schar,
                                                 betend dort sie knieen,
                                                 da uns Kind so wunderbar
                                                 Himmelsklänge ziehen.
                                                 Schlummre ...

                                                 Leise, leise nah'n auch wir
                                                 mit des Herzens Gabe,
                                                 singen uns're Lieder dir
                                                 holder Gottesknabe.
                                                 Schlummre ...


Vielleicht von Hönig komponiert, womöglich auch gedichtet, und für die Seminaristen an die Tafel geschrieben?
     Wer zu diesem Lied Angaben machen kann, melde sich bitte unter Kontakt.




In der Musikhisto-rischen Sammlung Jehle liegt ein dünnes Einzelblatt, beidseitig bedruckt mit einer Komposition für Klavier und Gesang, betitelt Balsam für Schicksalsverwun-dete. Gedichtet von Carl Stukart. Musik von Sk_le. Nicht nur der Komponist ist unbekannt, sondern auch der Dichter, und das Gedicht ist im Internet nirgendwo zu finden.
     Ein Carl Stuckart trat 1792 als Laienbruder ins Kapuzinerkloster Mainz ein, Mainz wurde von den Franzosen erobert, er irrte umher, bis er ins Kapuzinerkloster Frankfurt aufgenommen wurde, das Kloster wurde 1803 säkularisiert, er irrte weiter, schließlich kam er im Kapuzinerkloster Aschaffenburg unter. Das weiß man nur deshalb, weil er von der Stadt Frankfurt eine höhere jährliche Pension forderte (Protokolle der deutschen Bundesversammlung. Zwölfter Band. Erstes Heft. Gedruckt in der Bundes-Präsidial-Buchdruckerei und im Verlag der Andreäschen Buchhandlung in Frankfurt am Main 1821, S. 139f.) Aber ob er es war, der das Gedicht geschrieben hat? Da dieses Gedicht offenbar sonst nirgendwo bekannt ist, setze ich es komplett hierher:

                                       Was zitterst Sterblicher in deinem Leiden?
                                       Was bebest du, wenn Missgeschick dich drückt?
                                       Was härmest du dich, wenn dir statt Lebensfreuden
                                       der weisen Vorsicht Hand nur Unglück schickt?
                                      
                                       Was trübst du dich, wenn dich die Feinde necken,
                                       und auch der beste Freund wird treulos dir,
                                       noch <doch?> fasse Muth, und dieser wird dich decken,
                                       Muth sei dein Schild, Muth ist des Helden Zier.

                                       Was trauerst du, wenn früh der Tod entrissen
                                       das Einzige, was dir stets theuer war,
                                       schau himmelan, denk "Ohne Gottes Wissen,
                                       fällt ja von meinem Haupt kein einzig Haar."

                                       Stets wandle muthig durch die Dorngewinde,
                                       auf deiner kurzen Pilgerlebensbahn,
                                       und wanke nicht im düstern Labyrinthe,
                                       lass Stürme tob'n, Gott lenket deinen Kahn.

                                       Sei ruhig, wenn an deinem Lebenshimmel
                                       des Glückes Stern verschwind't in Wolken-Nacht,
                                       fass' höher'n Muth, blick auf im Erdgetümmel
                                       zu deinem Gott, der treu dein Wohl bewacht.

                                       Such deinen Freund, o Edler nicht hienieden,
                                       hier im Thale der Vergänglichkeit,
                                       dort oben ist ein Gönner dir beschieden,
                                       dort im Lande der Unsterblichkeit.

                                       Er zählt die Thränen, die dein Auge weint,
                                       und tröstet dich mit ew'ger Vater-Huld,
                                       was dir der Tod entriss, wird dort verein<e>t;
                                       so harre denn mit männlicher Geduld.

                                       Und dulde, bis dein Lebensfaden endet,
                                       und dir dein Genius sanft lächelnd winkt
                                       nach jenen Höh'n, wo Schmerz und Freud' sich wendet,
                                       dein Geist verklärt sich auf zu deinen Geistern schwingt.

Der Druck zeigt ja wohl lithographierte Noten, ich schätze auf 1850 oder früher.
     Wer weiß etwas über den Dichter? Wer kennt den Komponisten?                                       




Am 12. März 1952 schrieb Wolfgang Hildesheimer seinen Eltern zu einer Passage einer offenbar den Eltern geschickten Entstehungsstufe des Romans Paradies der falschen Vögel, die Meditation über die Liebe bräuchte er nicht an so vielen klassischen Beispielen erläutern, er werde diesen Gedanken in eigene Formulierungen kleiden, zudem habe er bei Bettine von Arnim eine ähnliche Stelle über das Spiel des Zufalls in Romeo und Julia entdeckt. 
     Der Roman erschien 1953 bei Desch, ohne den Hinweis auf Bettine von Arnim. Frühe Textfassungen von Paradies der falschen Vögel sind (bis auf ein paar Vorabdrucke und Rundfunksendungen) nicht erhalten geblieben, was die Suche nach der entsprechenden Text- oder Briefstelle bei Bettine von Arnim natürlich erschwert.
     Trotzdem: kennt jemand eine in Frage kommende Textstelle bei Bettine von Arnim?




Gesucht wird eine deutschprachige Anthologie, in der eine Geschichte von D. H. Lawrence enthalten ist, Übersetzer: Hanna und/oder Wolfgang Hildesheimer. Möglich wäre auch, daß gar kein Übersetzer angegeben ist, womöglich auch keine Quelle. Vielleicht geht dann aus irgend etwas aber wenigstens hervor, daß es sich um eine neue Übersetzung handelt, extra für diese Ausgabe entstanden oder dergleichen.
     Die Details, soweit sie aus Hildesheimers Briefen an seine Mutter Hanna hervorgehen: 1) 26. 9. 1956: die Mutter hat ihm das Manuskript ihrer Übersetzung einer Lawrence-Geschichte geschickt, er verspricht, sich um die Publikation zu kümmern; 2) 29. 4. 1957: wohl vom Erfolg beflügelt (siehe 3) möchte sie noch mehr übersetzen, er rät zu weiteren Lawrence-Geschichten; 3) 7. 5. 1957: er fragt nach, ob sie die Anthologie mit der – nun sagt er: von ihnen beiden übersetzten – Geschichte bekommen habe; 4) 13. 5. 1957: er hat das Manuskript ihrer nächsten Lawrence-Übersetzung erhalten, findet die Arbeit als Rohübersetzung tadellos und will mit dem Desch-Verlag über einen Band Lawrence-Geschichten reden.
     Ein solcher Band ist nicht erschienen. Trotzdem hat Hanna Hildesheimer nachweislich wenigstens zwei Lawrence-Geschichten übersetzt, und von diesen Übersetzungen ist, wie aus Nr. 3 (7. Mai 1957) hervorgeht, ja wenigstens eine gedruckt worden, und zwar in einer Anthologie, eventuell bei Desch, herausgekommen jedenfalls Anfang 1957.
     Nach Nachprüfung auszuschließen sind Die schönsten Liebesgeschichten der Welt, herausgegeben von Hermann Kesten, und die beiden Bände Die schönsten Erzählungen der Welt, Geleitwort von Thomas Mann.
     Kennt jemand die gesuchte Anthologie?






An dieser Stelle wird immer wieder ein aktueller Text veröffentlicht. Diesmal eine Passage aus Volker Jehle: Reisen. Holzschnitte von Michael Wendel. Aachen: Shaker Media 2011. Die originalen Fotos zu Reisen findet man noch einige Zeit am Ende von Leseproben.




Im Jahr darauf, 1976, zu zweit nach Istanbul, allein die Hinfahrt rund zweieinhalbtausend Kilometer. Mein R4 war technisch inzwischen wohl schon etwas labil. Für derlei Reisen nahmen wir natürlich das bessere Auto: Andreas grünen. Via Autoput und Sofia nach Burgas, wo wir trotz hereinbrechender Dunkelheit zuerst ans Meer wollten. Das Schwarze Meer, sehnsuchtgetränkter Begriff aus der Kindheit. Mehr als einen fernen Blick schafften wir aber nicht: sämtliche Hafenanlagen waren hermetisch abgerie­gelt. In absoluter Finsternis das Zelt auf eine Wiese gestellt; die Rückbank war voller Gepäck, außerdem möchte man irgendwann die Beine ausstrecken. Am nächsten Morgen wurden wir von seltsamen Geräu­schen geweckt: rings um das Zelt waberte ein ver­halten rampfendes Schnauben, gepaart mit einem dumpf-raschelnden Trampeln, hin und wieder boxte etwas gegen die Zeltwand oder streifte schwer vorbei. Endlich vorsichtig den Reißverschluß hoch, den Kopf raus – wir lagen mitten in einer Schafherde.
     Auf der Weiterfahrt Richtung Süden, kein Dorf, kein Verkehr, rechts und links Urwald, überquerte eine größere Schildkröte die Straße nach links, Rich­tung Meer. Wir stoppten, natürlich mitten auf der Straße, und betrachteten sie, was sie wohl ein wenig erschreckte, weshalb wir uns leise zurückgezogen hät­ten, wäre nicht – weiß der Kuckuck, wir wähnten uns völlig allein und weit entfernt von jeglicher Ansied­lung – ein Mann aus dem Wald getreten und hätte uns angerufen. Er wirkte leicht schmuddelig, aber keineswegs furchterregend, also grüßten wir verhal­ten. Er kam her, und wir dachten, er bewundere die Schildkröte wie wir, bis wir seine vielerlei Gesten deuten konnten: welch großartige Delikatesse wir er­jagt hätten und wie wir sie am besten zubereiten – Kuhle in den Boden graben, Feuer darin machen, Schildkröte umdrehen, Panzer als Pfanne. Was wir entrüstet von uns wiesen. Er lachte, grüßte und zog sich in den Wald zurück, gewiß nur, bis wir außer Sicht waren. – Endlich am Meer. Im kleinen Hafen der erste dieser runden Körbe voll leerer, faustgroßer Schneckengehäuse, weite orangefarbene Mündung, billigst zu haben. Rapana venosa, stammt aus Japan, soll mit einer Ladung Austernbrut eingeschleppt wor­den sein.
     Tankstelle im Jahr 1976 in Bulgarien: statt Zapf­säulen zwei Haufen Kanister: Normal und Super. Der Bub hält den Trichter, der elegante Vater gießt. Der Vater trägt Hose mit Schlag – die gängige Mode hatte selbst bulgarische Tankwarts erreicht. Preis für einen Liter Normal: umgerechnet traumhafte zwölf Pfennig.
     Zeltplatz vor Istanbul. Neben uns eine Groß­familie aus Persien, Pakistan oder so, schließlich be­ginnt hinterm Bosporus der wilde Osten; neben ihren Zelten große dunkle Mercedesse. Die Buben spielten mit unserem Tee-Ei Fußball, die Frauen baten um Zucker, und als wir sagten, wir könnten ihn nicht fin­den, zeigten sie ihn uns, zwischen Gepäckstücken hinten im Zelt. Abends saßen sie um ein offenes Feuer, zwei geschlossene Kreise: innen die Männer, das Oberhaupt im schwarzen Anzug mit goldener Uhrkette, außen herum bunte Frauen und Mädchen, im Dunkeln tobten die Kinder.
     Vor diesem Zeltplatz bin ich aufs Meer hinaus­geschwommen, selig in warmer weicher Seide, schließlich kannte ich nur die Nordsee und vom Mit­telmeer nur die Osterkälte am Cap d’Antibes. Ich wollte schwimmen, bis ich das Land nicht mehr sehe. Ganz so weit bin ich nicht gekommen, trotzdem: da­mals wußte ich noch nicht, daß das größte Habitat des Weißen Hai, nach Australien, das Mittelmeer ist, vorzugsweise natürlich das östliche. Spielbergs Film war zwar seit einem guten halben Jahr in den Kinos, aber in solche Reißer „ging“ man nicht, sonst hätte man ja gleich die grassierenden Bestseller lesen kön­nen.
     Pro Dusche standen auf dem Flachdach zwei übereinandergeschweißte Benzinfässer, die Heizung übernahm die Sonne, sehr praktisch, nur ließ der Pe­gelstand sich nicht ablesen. Man war gut eingeseift, das Wasser versiegte, zuletzt ein Rinnsal Rostbrühe, und aus.
     Eines frühen Abends, als wir aus der Stadt zurück­kehrten, saß der halbwüchsige Sohn des Zeltplatz­besitzers auf der zerbröckelten Mauer in der Nähe unseres Zeltes, Gewehr lässig über den Knien, und forderte Bakschisch, schließlich bewache er unser Zelt seit Stunden, und er deutete mit großer Geste an, wie er die Räuber über die Mauer getrieben hatte.
     Die Zufahrtstraße nach Istanbul hatte sechs Spu­ren, was aber nicht etwa bedeutete: drei Spuren so, drei Spuren andersherum. Stand irgendwo ein Links­abbieger quer, ordneten die Verhältnisse sich grund­legend neu, bis zum nächsten Linksabbieger. Über­holt wurde notfalls durchaus neben der Straße, auf Wiese oder Acker. So sahen die Autos auch aus. Brannte wenigstens an einer der vier Ecken noch eine Lampe, war das ein besseres Fahrzeug. Unser R4 wirkte wie Luxus. Als vor unserem Zeltplatz ein Reisebus umfiel, füllte der Straßenrand sich alsbald mit ganzen Familien, die Stühle und Sonnenschirme mitbrachten, Essen auspackten und stundenlang aus­harrten. Wohin das führte, konnte man rechts und links der Straße sehen: ausgebrannte Autowracks, wie Skelette.
     Wer in Istanbul auf eine rote Ampel achtete, lief Gefahr, daß ihm einer ins Heck kracht, d. h. wir hat­ten Glück: mehrspurige großstädtische Ampelkreu­zung, die Ampel sprang auf Rot, ich bremste leicht, dem Auto hinter uns krachte einer ins Heck, wo­raufhin wir schleunigst taten, was auf den Spuren ne­ben uns ohnehin getan worden war: wir wurschtelten uns trotz Rot irgendwie über die verstopfte Kreu­zung, wobei ich den herrisch aus dem offenen Fen­ster deutenden Zeigefinger nahezu perfekt einsetzte: man deutet auf eine kleine Lücke und fährt los, wer zuerst bremst, ist der Dümmere. Rascher Blick in den Rückspiegel: diese Autos hatten nun eben eine Beule mehr.
    Zog ich allein los, was nur zweimal vorkam, setzte Andrea sich in eine Moschee, zur Sicherheit. Man hatte uns fürchterliche Dinge erzählt, gerade über junge deutsche Pärchen, weshalb wir auch den etwas zu eleganten Herrn, der uns im Jachthafen in seinen Palast auf einer Insel im Bosporus einlud, freundlich, aber ablehnend beschieden. Geldautomaten waren noch nicht erfunden, man führte Traveller-Schecks oder deutsches Bargeld in größeren Scheinen mit sich, und zwar möglichst am Körper. Die Mark war begehrt wie der Dollar, danach kam lange nichts, dann Schweizer Franken. Die Inflation galoppierte. Überall wurde man an­geflüstert, übrigens zielsicher deutsch, allenfalls hol­ländisch, wie lange man schon in der Stadt sei und ob man Geld tauschen wolle, zu einem inoffiziellen Kurs, der einem beim Umtausch von zwei Hunder­tern – offiziell betrachtet – einen dritten Hunderter beschert. Die Sache war offensichtlich illegal, viel­leicht, dachten wir, ist der Besitz von Devisen den Bürgern verboten, obwohl: wer auf dem Bazar, natürlich erst, wenn sonst nichts mehr ging, eine Bezahlung mit Mark in Aussicht stellte, zahlte höchstens noch fünfzig Prozent. Dann vielleicht einfach nur, weil diese meist alerten Jünglinge zu Bankgeschäften keine Li­zenz haben.
     Andrea setzte sich also in die Moschee – vielleicht Hagia Sophia, eher aber Sultan Ahmed –, und ich ging aufs erstbeste Angebot ein. Der Jüngling winkte mich geheimnisvoll in einen Hinterhof, zog die zu­sammengefaltete Zeitung unterm Arm und einen Stift hinterm Ohr vor, wollte die Scheine sehen: zwei Hunderter, nahm sie, rechnete auf der Zeitung her­um, plötzlich Panik – „Polizei! Polizei!“ –, drückte mir hastig mein Geld in die Hand und verschwand vor dem Hof in der Menge. Daß ich nur noch einen Hunderter in der Tasche hatte, bemerkte ich erst am Zeltplatz. Genialer Gedanke: den Hunderter wieder hereinbringen, nochmal tauschen, aber höllisch auf­passen. Andrea setzte sich in die Moschee, ich ging aufs erstbeste Angebot ein, der Jüngling winkte mich geheimnisvoll in einen Hinterhof, zog die zusammen­gefaltete Zeitung unterm Arm vor und einen Stift aus der Hemdentasche, wollte die Scheine sehen: zwei Hunderter, nahm sie, rechnete auf der Zeitung her­um, plötzlich Panik – „Polizei! Polizei!“ –, drückte mir hastig mein Geld in die Hand und wollte vor dem Hof in der Menge verschwinden, aber diesmal war ich ihm nachgerannt, packte ihn am Arm und brüllte, er solle mein Geld rausrücken. Keine Ah­nung, weshalb er mir nicht die Faust ins Gesicht oder ein Messer in den Bauch gerammt hat. Beinah ängst­lich zog er den Hunderter aus der Zeitung hervor, ich schnappte zu, er rannte davon. Von weiteren Ge­schäften dieser Art sahen wir ab. Auf die Frage, wie lange wir schon in der Stadt seien, antworteten wir aber: „Lang genug.“
     Überquellender Bazar, überquellender Laden eines Teppichhändlers, davor ein wundervoller Teppich, darauf entspannt eine Perserkatze. Ich ging in die Hocke und sprach sie an, sie hob nicht einmal den Kopf, aber der Händler kam heraus: „Kaufst du Kat­ze, bekommst du Teppich gratis.“ Was wir natürlich ablehnten. Trotzdem lud er uns zu einer Tasse Tee in seinen Laden. Ob er zu denen gehörte, die Gastarbei­ter gewesen waren, weiß ich nicht mehr; mancher sah das BL auf der Autonummer und sagte Bizerba. So toll wie in Kroatien vor ein paar Jahren war’s aller­dings nie: frühmorgens auf dem Weg zur Ribarnica die schmale Gasse zum Hafen von Mali Lošinj hin­unter, ein älterer Mann springt auf die Straße, breitet die Arme aus, als wolle er den Golf aufhalten, wo­möglich besoffen, fürchte ich, weiche aus und fahre vorbei, er wirft theatralisch die Arme hoch und ruft, daß die Gasse dröhnt: „Balingen, ich grüße dich!“
     Nach einer Woche die Weiterreise: von Istanbul via Fähre nach Piräus. Autoverladung mit dem Kran, und das war nötig: die Bordwand ragte himmelhoch. Für jede Achse ein schmaler Streifen Netz, auf dem die Räder zu placieren waren, die beiden Netze wur­den oben zusammengefaßt und an den Kranhaken gehängt. Netze auslegen, Autos dirigieren und Netze einhaken erledigte eine Horde wilder Kerle. Der R4 hätte das gewiß unbeschadet überstanden, hätten die­se Kerle nicht Bakschisch verlangt. Lira wollten sie sowieso nicht, deutsche Münzen galten als minder­wertig, und Bakschisch wird nicht geteilt, also einen Schein für jeden, doch wer besaß schon einen Hau­fen 5-Mark-Scheine? Aber mit ihm hätte die Sache sich wenigstens nur auf rund fünfzig Mark summiert. Wider besseres Wissen, aber nicht ganz ohne Hoff­nung hielt ich eine Handvoll Kleingeld aus dem Fen­ster. Finsteres Kopfschütteln. Etwas unsicher hielt ich einen Zwanziger aus dem Fenster. Verächtliches Kopfschütteln. Selbst wenn wir zehn Zehner gehabt hätten, hätte ich sie nicht aus dem Fenster gehalten. Also schüttelte ich zurück, so finster und verächtlich ich konnte. Heute meine ich, ein höhnisches Grinsen gesehen zu haben. Die Kerle dirigierten, korrigierten, faßten zusammen, winkten uns aus dem Auto, gaben dem Kranfahrer ein Zeichen, der Haken zog an und das Netz rutschte vom linken Vorderrad. Man weiß ja, wie so eine R4-Achse aussieht: eine kleine Ver­sammlung von Stänglein. Beim zweiten Anlauf klapp­te es dann, und sanft schaukelnd entschwand der R4 himmelwärts. Danach gab er in den Kurven knarzen­de Laute von sich.
     Übernachtung in meinen Felldecken an Deck, mit der Sonne aufgestanden, Lesbos im ersten Morgen­licht, märchenhaft. Über den Verkehr in Athen kann, wer Istanbul überlebt hat, nur müde lächeln. Akro­polis, Epidauros, griechischer Wein zum Abwinken, knapp fünfhundert Kilometer der Küste entlang nach Igoumenitsa. Via Fähre an Korfu vorbei weiter nach Brindisi. Zuletzt verschnaufte der R4, wie wir, fünf Tage am Luganer See, in Agno, erster Zeltplatz nach dem Sportflugplatz, kennengelernt mit Sybille, bald Ankerplatz geworden.
     Auf dem letzten Stück der Heimreise kamen wir bei unserem Automechaniker vorbei, Horst Schulz, Renault-Werkstatt in Wahlwies bei Stockach. Seitdem kenne ich ein weiteres dieser Geräusche, bei denen schlagartig klar ist: der Ernstfall. Wenn der Mechani­ker unterm Auto einen halblauten Pfiff losläßt.





In seltener Einmütigkeit wird behauptet, das Gedicht von Grass sei inhaltlich falsch, weil nicht Israel es sei, von dem der Weltfrieden bedroht werde, sondern der Iran. Daran ist nur eines wahr, nämlich daß kritische Köpfe von Blindheit geschlagen sind, reihenweise. (Verzeihung Herr Broder! Trotzdem mag ich das Wort „Zeitgeistfuzzi“, das Sie auf Sloterdijk einmal gemünzt haben.) 
     Grass sagt: wenn der Iran – und sei’s nur angeblich – Atomwaffen bastelt, schreie alles auf, das sei von der Weltgemeinschaft unkontrollierbar, also bedrohe das den Weltfrieden, und der Iran wird mit Krieg bedroht.
    Grass sagt außerdem: Israel habe Atomwaffen, die von der Weltgemeinschaft nicht kontrollierbar seien, Israel rechtfertige sogar einen Erstschlag damit, und da schreie nicht nur niemand auf, da werde geschwiegen.
     Wer also sagt: Iran bedroht den Weltfrieden, kann bzw. muß mit mindestens derselben Berechtigung sagen: Israel bedroht den Weltfrieden.
     Damit hat Günter Grass recht, schlicht und einfach: recht. Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun, im Gegenteil, denn nur so, auf diese Weise, wird Israel anerkannt: als ein Staat wie jeder Staat. Das hat also mit Gerechtigkeit, Anerkennung und Gleichberechtigung zu tun. Der Mangel an Gerechtigkeit, Anerkennung und Gleichberechtigung (Urgrund auch des Aufruhrs um dieses Gedicht) ist es, der den Weltfrieden bedroht. Weil dann nicht nur etwas verboten ist, das gesagt werden muß, sondern weil der, der es endlich trotzdem sagt, niedergebrüllt wird, wie Grass und sein Gedicht. Kurzum: wer beim Niederbrüllen mitmacht (was ja ohnehin eine ungute Assoziation weckt), beweist nicht nur, daß das Gedicht recht hat, sondern wirkt an dem mit, was den Weltfrieden bedroht. 
     Woher dieser eherne Entschluß zu Ungerechtigkeit, zu Nichtanerkennung und zum Ungleichgewicht? Weil man gegen Israel nix sagen darf? Weil der Iran Erdöl hat?
    Jedenfalls: der Antisemitismus-Vorwurf gegen Grass ist ein Pawlowscher Reflex, mithin – besonders für sich als klug deklarierende Köpfe – eine Peinlichkeit .
     Und wer das Gedicht – wie an zahlreichen Orten geschehen – der Leserschaft in Prosa vorlegt, der fälscht. Sehr gut, lieber Herr von der FAZ, aber außerdem gesagt werden muß: beim Gedicht gehört lyrische Überhöhung zum Programm. Hätte Grass in Prosa sprechen wollen, hätte das anders geklungen. Im Gedicht aber, damit es jeder kapieren sollte (was nachweislich ja nun nicht geschehen ist, was aber natürlich nicht wundern sollte, man kennt die Dummheit reflexartiger Mechanismen schließlich), sagt er demonstrativ nur (aber nur beinah): Israel.
    Die junge Generation, liest man irgendwo, schüttle sowohl über Grass als auch über die aufgeregte Reaktion den Kopf. Wer ist mit der jungen Generation gemeint? Sind etwa die gemeint, die denken, wenn sich auf etwas ein millionenfaches Daumen-Hoch – "Mag ich" – versammelt habe, sei das ein Zeichen von dessen Qualität? Denen sollte man einen Spruch aus den 1960ern zu bedenken geben: Eßt mehr Scheiße – fünf Millionen Fliegen können nicht irren!
     Zu den unguten Assoziationen, die dieses Medienspektakel auslöst, gesellt sich eine furchtbare Ahnung: Grass, dieser alte Kerl, hat noch immer recht behalten, poetisch gesprochen, zuweilen auf so lange Sicht, daß, wenn eintraf, was er prophezeit hatte, auch die sich nicht mehr erinnert haben, die ihn am lautesten hatten – sagen wir sacht – widerlegen wollen. Aber wenn auch diesmal eintrifft, wovor er warnt, und sei's in zwanzig Jahren – oh weh.
     Leute, die heute so alt sind wie Grass, sind bis dahin wohl meist schon auf der sicheren Seite; die heute junge Generation wird es erwischen, kopfgeschüttelt oder nicht.